Archiv der Kategorie ‘Audio-Video‘

 
 

Vernachlässigte Medienthemen

(Massen-)Medien sollen uns ja eigentlich über wichtigte Themen auf dem Laufenden halten. Sie übernehmen für uns eine wichtige Selektionsfunktion und teilen uns mit, was (gesellschaftlich) relevant ist und was nicht.
Es gibt aber Themen, über die sollte man eigentlich bescheid wissen, aber die Medien berichten nicht drüber.

Dies meint zumindest die Initiative Nachrichtenaufklärung, die 10 Themen für das Jahr 2009 (diese Liste gibt es jährlich seit 1997) ausgewählt hat, die als relevant gelten können, über die aber wenig in den Medien zu erfahren ist. Besonders interessant finde ich das Thema “Kriegsberichterstattung lenkt von zivilen Friedensstrategien ab” (TOP 3), weil es zeigt, wie wichtig Kommunikation ist und vor allem dass Kommunikation auch was bringt (wir, die mit Rambo großgeworden sind, sind ja manchmal versucht zu glauben, dass es am Ende doch nur auf die größere Knarre ankommt ). Die anderen Themen wie Rüstungsexporte, Sondermüll bei Bauen und Sanieren oder auch Patente auf menschliche Gensequenzen zeigen meiner Meinung nach, dass es nicht nur daran liegt, dass die Themen keine Nachrichtenwerte haben. Klar, die Themen sind schwierig und für Laien kaum verständlich, aber sie sind auch unbequem und scheinbar politisch nicht relevant. Vielleicht also muss erst von irgendwoher Druck kommen, damit sich auch die Massenmedien auf den Weg machen, um darüber zu berichten.

“Duell um das Gas” (Öko-Thriller Idee #1)

Umweltthemen passen eigentlich recht gut ins Thriller Genre (das hat sogar Steven Seagal begriffen). Da kam mir beim letzten auslandsjournal (zdf 13.01) bei einem Beitrag die Idee, dass man doch aus dem “Duell” zwischen Nordstream und Nabucco einen ziemlich guten Thriller machen könnte. Sabotage, Russland, Schnee, Korruption, Spionage, daraus lässt sich doch etwas machen, vielleicht im Stil von Syriana, nur eben in Europa.

Fernsehen vom Ökoinstitut

Und schon wieder ein Öko-TV im Internet. Bei Utopia bin ich über einen Film vom Ökoinstitut getolpert (komischerweise finde ich auf der Website keinen Hinweis auf das Ökoinstitut TV), bei dem ein expertenhaft aussehender Experte vor einem Monopoly-Spiel sitzt und anhand des (kapitalistischen) Spielprinzips klar macht, warum sich die Investition in einen teuren aber stromsparenden Kühlschrank lohnt.

“Was aber wenn ich doch das billige Teil kaufe und das Geld anlege?”, fragt ein Utopist und zweifelt damit an, dass das Geldsparargument wirklich stichhaltig ist. Und wirklich, die Botschaft ist vielleicht ein bisschen zu einfach gestrickt für die Mitglieder von Utopia.de. Auf dem YouTube-Channel, wo es für jeden zu sehen ist, gibt es aber keine Kommentare (und blos 167 Aufrufe). Die Frage, die für mich dann bleibt ist, wie man ein solches Video für Ökoneulinge im Internet am besten an den Mann (oder die Frau) bringt.

Information Activism, oder: noch mal How To

Man hört es ja immer wieder: durch Web 2.0 bzw. Social Media wird die Welt ein besserer Ort.

Warum?

Na, wegen der neuen Internetdienste kann jeder sein Anliegen (netz)öffentlich machen und damit Gleichgesinnte, Unterstützer, Spender (oder auch Trolle) für seine Sache gewinnen.
Wie das genau gehen kann und was man noch alles machen kann zeigt nun eine Dokumentation mit dem Titel “10 Tactics for turning information into action”, die hier nach und nach online gestellt wird. Auch sehr sehenswert sind die zugehörigen Infokarten (hier ein Beispiel).

Das Projekt kommt von dem Tactical Technology Collective, einer internationalen NGO, die sich auf Webtechnologien spezialisiert hat.

Sommeruniversität 2009

Ich schreibe hier ja häufiger über Clips zu nachhaltigen Themen. Heute, mal wieder etwas spät, möchte ich auf einige Clips hinweisen, bei denen ich selbst, zum Teil auf der technischen Seite, zum Teil vor der Kamera, mitgewirkt habe.

Auf der Sommeruniversität vom Kolleg für Management und Gestaltung von Nachhaltiger Entwicklung haben wir zwei Wochen mit kreativen jungen Menschen zusammengesessen und über Nachhaltigkeit, Klimawandel etc. diskutiert und uns mit der filmischen “Verarbeitung” dieser Themen auseinandergesetzt.

Am Ende standen dann diese Spots, die sich aus unterschiedlicher Perspektive mit Klimawandel beschäftigen.

Am meisten Spaß hat sicherlich der Eisbärspot gemacht (da bin ich auch zu sehen, als unschuldiger Passant der angerempelt wird). Von der Aussage her finde ich Leerstand und Technologien recht spannend, weil sie zeigen, wie wenig wir häufig in die Zukunft sehen können. Wir gehen meistens davon aus, dass die Zukunft eine lineare Entwicklung der Gegenwart ist, für die wirklichen Sprünge fehlt uns die Vorstellungskraft, egal was zum Beispiel Klimakurven uns mitteilen.

Aufstand für den Klimaschutz

Was wäre wenn das CO2 nicht unsichtbar wäre,  sondern etwas, dass wir sehen, fühlen oder riechen könnten, oder ein Lebewesen sogar? Für die  Kommunikation wäre dies sicher gut, sucht man hier doch immer nach Bildern, die Emotionen wecken. Stattdessen müssen wir hier den Umweg gehen über Temperaturkurven, Szenarien, vielleicht mal ein Stürmchen oder ein qualmender Schornstein:

… dies ist zumindest so, wenn man die Grenzen der Realität respektiert. In der Welt, die in diesem Spot gezeigt wird, ist das CO2 sehr lebendig und besitzt Eigenschaften, die man einerseits mit bösen Menschen (schubsen, Kinder “ärgern”) und andererseits mit Schädlingen (schnelle Vermehrung) assoziiert. Ein Cocktail aus schlechten Eigenschaften also, mit denen CO2 den Menschen das Leben schwer macht. Die Bürger werden so lange gepiesakt bis sich Widerstand formiert und dem CO2 recht gnadenlos den Kampf ansagt.

Lustig, wenn man diese Art von Humor mag. Der Spot ist im dokumentarischen Stil gemacht und bricht damit durch die lebenden, etwas albernen CO2 Figuren. Der zweite Bruch geschieht, als die Auseinandersetzung mit den CO2-Männchen unerwartet gewalttätig wird.

Die Message könnte vielleicht sein: “Menschheit vereine dich im Kampf gegen den Klimawandel”. Wobei dabei natürlich die lynchmobartige Form des gemeinsamen Vorgehens etwas fraglich ist. Daher ist der Spot vor allem dazu zu verstehen, Aufmerksamkeit zu erzeugen und ist mir allemal lieber als die nächste niedlich gemachte Erklärung zu den Mechanismen des Klimawandels. Website zum Film: Game Over CO2

Katastrophenkommunikation doch erfolgreich?

In Diskussionen um Nachhaltigkeitskommunikation höre ich eigentlich immer wieder, man solle lieber positives und ermutigendes mitteilen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Katastrophenkommunikation führe zu Resignation und rufe innere Ablehnung hervor, die einen davon abhält, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Außerdem ist das ja irgendwie “so 80er”.

Nun surfe ich so durchs Internet (bzw. checke meinen RSS-Reader) und finde innerhalb von kürzester Zeit zwei Greenpeace Spots:

(via Karmakonsum) und

Und? Beide gut gemacht, aber beide auch ziemlich hart und apokalyptisch. Manchmal muss es also doch die Katastrophe sein? In diesen Fällen geht das vielleicht, weil die Botschaft erstens einfach und zweitens negativ ist, eben auf bzs. gegen das entsprechende Produkt gerichtet. Ziel ist ganz klar aufzurütteln und das Bild hinter der Werbekulisse zu zeigen. Realität macht eben keinen Spaß…. manchmal.

Life Light TV(-Shopping)

Heute bin ich über das LOHAS-Blog auf  “Life Light TV” gestoßen. Dort begrüßte man mich mit einem Video, wo ein Moderator in Jeans und T-Shirt etwas über Steinmeier, Arbeitslose und den Klimawandel erzählt. Im Hintergrund eine halbdurchsichtige Wand mit wechselnder Beleuchtung die in mir 80ies-Assoziationen weckt (komischerweise musste ich an Running Man denken). Das Zweite Video stellt das spezielle Angebot vor, eine Kiste mit Öko-Süßigkeiten.

Die Aufmachung wirkt etwas hölzern und irgendwie “corny“, aber mit etwas langem Atem könnte sich da vielleicht ein gewisses Kultpotential entwickeln. Außerdem scheint das Ganze noch im Beta Stadium zu sein – viele Kategorien sind noch leer. Die Idee mit dem Shoppingfernsehen finde ich jedenfalls ganz cool und ich werde das mal verfolgen – ob es jeden Tag eine neue Begrüßung gibt?

Unsere kleine Welt

Schon etwas älter und auch die Inhalte sind wohl heute schon ziemlich bekannt, aber der Vollständigkeit halber hier ein Hinweis auf den Film “Unsere kleine Welt”. Schon cool, was die in einem studentischen Projekt entstehen kann. Neben dem Film haben sie auch eine Projektsite erstellt, die auch sehr nett anzusehen ist, darum gibt es diesmal kein eingebundenes Video.  Als einzige Kritik aus Sicht der Nachhaltigkeitskommunikation würde ich vielleicht anbringen, dass zwar Zusammenhänge aufgezeigt werden, Hinweise auf Handlungsmöglichkeiten aber so ziemlich fehlen – die kommen dann ja vielleicht in Teil 2….

DFG 2.0

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) präsentiert sich internetaffin, was für mich eine freudige Überraschung war, halte ich doch die Kommunikation von Wissenschaft mit der “Öffentlichkeit” für überaus wichtig.
Nun wurden 10 DFG-Projekte ausgewählt die ab dem 16. Juni ihre Arbeit per Video dokumentieren. Dies gab es wohl letztes Jahr schon einmal, daher vielleicht auch der “2.0″ hinweis auf der Website von DFG Science TV. Aber auch sonst bemüht man sich um einen webzweinulligen Auftritt, so zum Beispiel mit einem YouTubeChannel (aber externes einbinden scheint leider nicht möglich – schade) Facebook-Seite, Twitter- und Flickr-Account.

Ich bin jedenfalls gespannt.