BP, das Öl und das Netz – ein Nachhaltigkeitsdiskurs?
Leider sind es ja doch immer wieder Katastrophen, die uns vor Augen führen wie wenig sich unsere Welt in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung bewegt und wie groß die Widerstände für so einen Wandel sind.
Das letzte sehr prominente Beispiel ist die Ölpest im Golf von Mexiko. Ein Unfall, der die Grenzen des technisch Machbaren zeigt und einen Ölkonzern in das Kreuzfeuer der Kritik rückt.
Eine Kritik, die sich auch über das Netz artikuliert und die zeigt, wie über das Netz Unternehmen zu mehr Transparenz in der Krisenkommunikation gezwungen werden (siehe auch diesen Artikel auf ZEIT Online). Wie viele Stimmen und Kampagnen es zu diesem Thema mittlerweile im Netz gibt, ist hier zusammengestellt (auch ZEIT).
Meiner Meinung nach zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll wie viel schwieriger es für Unternehmen wird, ihr öffentliches Bild zu kontrollieren. Durch die vielen kreativen Aktionen, in denen das BP-Logo vorkommt ist das Markenimage mittlerweile ziemlich “verschmiert”. Insofern kann man also sagen, dass die Netzkampagnen eine Wirkung zeigen. Aber wie hier (auch ZEIT) richtig angemerkt wird, ist ja nicht der einzelne Konzern der Kern des Problems. Das Problem ist das Öl an sich und unser jetziger Umgang damit.
Bisher geht es in den Kampagnen vor allem um die Fragen nach der Schuld von BP, nach dem Ausmaß der Katastrophe und nach Schadensersatz. Diese Fragen sind zweifellos sehr wichtig und verdienen eine große Aufmerksamkeit.
Ein Diskurs um Nachhaltige Entwicklung beginnt meiner Meinung nach aber erst, wenn es den Kampagnen gelingt, aus der allgemeinen Empörung einen Impuls in Richtung einer Energiewende anzustoßen. Erst dies würde langfristig sicherstellen, dass sich derartige Unfälle nicht wiederholen.

