Monatsarchiv für Juli 2010

 
 

Firefox Personas für einen guten Zweck

Seit der neuen Firefox-Version gibt es ja nicht nur Themes, sondern auch sogenannte Personas. Im Grunde sind das nur zwei Bilder, die dann über die Kopf- und Fußleiste vom Browser gelegt werden. Die ganze Sache ist also total einfach selbst zu machen und dementsprechend gibt es natürlich auch schon Hunderte davon.

Neben schönen Naturbildern oder Fan-Personas gibt es auch eine Rubrik namens “Causes” wo sich im weitesten Sinne politische Themen tummeln. Im weitesten Sinne meint, dass von der FDP bis hin zu “Marijuana Leaves” dort so ziemlich alles vertreten ist. Dies gilt natürlich auch für Umweltthemen. Eine kurze Recherche ergab, dass Greenpeace und der WWF hier mehrfach vertreten sind, ebenso wie Oxfam Mexiko. Trotzdem ist da sicherlich noch potential und über die “Share with friends” Funktion hat das ganze sogar eine “social” Komponente.

BP, das Öl und das Netz – ein Nachhaltigkeitsdiskurs?

Leider sind es ja doch immer wieder Katastrophen, die uns vor Augen führen wie wenig sich unsere Welt in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung bewegt und wie groß die Widerstände für so einen Wandel sind.

Das letzte sehr prominente Beispiel ist die Ölpest im Golf von Mexiko. Ein Unfall, der die Grenzen des technisch Machbaren zeigt und einen Ölkonzern in das Kreuzfeuer der Kritik rückt.

Eine Kritik, die sich auch über das Netz artikuliert und die zeigt, wie über das Netz Unternehmen zu mehr Transparenz in der Krisenkommunikation gezwungen werden (siehe auch diesen Artikel auf ZEIT Online). Wie viele Stimmen und Kampagnen es zu diesem Thema mittlerweile im Netz gibt,  ist hier zusammengestellt (auch ZEIT).

Meiner Meinung nach zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll wie viel schwieriger es für Unternehmen wird, ihr öffentliches Bild zu kontrollieren. Durch die vielen kreativen Aktionen, in denen das BP-Logo vorkommt ist das Markenimage mittlerweile ziemlich “verschmiert”. Insofern kann man also sagen, dass die Netzkampagnen eine Wirkung zeigen. Aber wie hier (auch ZEIT) richtig angemerkt wird, ist ja nicht der einzelne Konzern der Kern des Problems.  Das Problem ist das Öl an sich und unser jetziger Umgang damit.

Bisher geht es in den Kampagnen vor allem um die Fragen nach der Schuld von BP, nach dem Ausmaß der Katastrophe und nach Schadensersatz. Diese Fragen sind zweifellos sehr wichtig und verdienen eine große Aufmerksamkeit.

Ein Diskurs um Nachhaltige Entwicklung beginnt meiner Meinung nach aber erst, wenn es den Kampagnen gelingt, aus der allgemeinen Empörung einen Impuls in Richtung einer Energiewende anzustoßen. Erst dies würde langfristig sicherstellen, dass sich derartige Unfälle nicht wiederholen.