Monatsarchiv für September 2009

 
 

Zukunftsbeben

Das Nachdenken über Nachhaltige Entwicklung ist immer (auch) auf die Zukunft gerichtet. Häufig jedoch ist man dabei nicht sehr kreativ, sondern “verlängert” nur die Gegenwart, fügt etwas Technik hinzu, Miniaturisiert ein bisschen und lässt sich von Befürchtungen oder Wünschen lenken. In der Regel verläuft die Zukunft aber nicht linear, sonern es treten Sprünge und Veränderungen auf, die aus der heutigen Perspektive schwer vorstellbar sind. Deswegen hilft es, die Zukunft in mehreren Szenarien zu denken. Außerdem sollten auch solche Entwicklungen einbezogen werden, die extrem unwahrscheinlich sind. Ein paar (zum Teil auch lustige) Beispiele sind bei dem Spiel Wildcards zu finden. Eine Microseite von Z-Punkt, einem Unternehmen, welches sich auf die Zukunft spezialisiert hat. Die Seite ist zwar schon etwas älter, aber ich denkc immer noch einen Blick wert.

Nachhaltig einkaufen

…ist gar nicht so einfach. Das hat auch der RNE erkannt und bringt nun eine aktualisierte Version der Broschüre “Der nachhaltige Warenkorb” (hier zum Runterladen) heraus. Der Warenkorb (übrigens auch ein Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften) umfasst dabei nicht nur die Dinge des normalen Einkaufstages,  sondern auch größere Investitionen und Geldanlagen.  Dabei dient die Broschüre auch als Wegweiser durch die Vielfalt der unterschiedlichen Siegel. Cool dabei: Die Siegel werden sowohl aus sozialer als auch aus ökologischer Perspektive betrachtet.

So, jetzt kann man also nachhaltig einkaufen wenn man will. Gut für die Diskussion “ich würde ja gerne aber ich weiß nicht wie”.

via Karmakonsum

Katastrophenkommunikation doch erfolgreich?

In Diskussionen um Nachhaltigkeitskommunikation höre ich eigentlich immer wieder, man solle lieber positives und ermutigendes mitteilen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Katastrophenkommunikation führe zu Resignation und rufe innere Ablehnung hervor, die einen davon abhält, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Außerdem ist das ja irgendwie “so 80er”.

Nun surfe ich so durchs Internet (bzw. checke meinen RSS-Reader) und finde innerhalb von kürzester Zeit zwei Greenpeace Spots:

(via Karmakonsum) und

Und? Beide gut gemacht, aber beide auch ziemlich hart und apokalyptisch. Manchmal muss es also doch die Katastrophe sein? In diesen Fällen geht das vielleicht, weil die Botschaft erstens einfach und zweitens negativ ist, eben auf bzs. gegen das entsprechende Produkt gerichtet. Ziel ist ganz klar aufzurütteln und das Bild hinter der Werbekulisse zu zeigen. Realität macht eben keinen Spaß…. manchmal.

Einblicke in Jugendkultur

Das IZT führt im Zusammenhang des Forschungsprojekts Forschungsprojektes JUNE – Einblick in die Jugendkultur eine Diskussionsrunde mit Jugendlichen Bloggern durch. Das soll dazu beitragen, Nachhaltigkeit besser für (oder sollte man lieber sagen “mit”?) Jugendlichen zu kommunizieren.

Bin ja schon zu alt, aber trotzdem gespannt auf die Ergebnisse.

Bald ist ja Bundestagswahl

Da ist es angebracht, sich über die Absichten und Versprechen der Parteien zu informieren. Für Umweltfragen gibt es da einige Angebote (Übersicht hier). Der BUND zum Beispiel hat die Wahlprogramme der 5 großen Parteien durchgesehen und deren Positionen für immerhin drei Fragen herausgefunden. Bei den Fragen Atomkraft, Kohlekraft und Gentechnik scheinen die Positionen auch tatsächlich recht eindeutig. Etwas detaillierter ist der Ansatz von Greenpeace, die einen Wahlkompass aufgestellt haben, in dem auch Fragen wie etwa Schutz der Meere und des Urwalds etc. angesprochen werden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich hier die Positionen der Parteien aufgrund der etwas verklausulierten Antworten nicht unterscheiden. Die Richtungsentscheidung die jetzt wohl ansteht ist die Frage, ob wir doch noch weiter auf Atomkraft setzen wollen.

Was mich noch interessiert, sind natürlich Positionen zur Netzpolitik, meiner Meinung nach ein wichtiges Thema welches zur Zeit prominent von der Piratenpartei besetzt wird (die allerdings noch keine Positionen zu Umweltthemen haben). Bei den großen Parteien die ich abgeklappert habe, bin ich allerdings nur bei den Grünen fündig geworden, während ich bei den anderen eigentlich überhaupt nicht viel gefunden habe, außer einem Web 2.0 Overkill.