Monatsarchiv für Juli 2009

 
 

Natur meets Cyberspace

ist eigentlich nicht ganz richtig, sollte man wohl doch eher von einer Art (abgespeckten) Augmented Reality.  sprechen. Der Traum von virtuellen Parallelwelten a la Gibson und Matrix wird zwar vielleicht noch irgendwie bei Second Life weitergeträumt, aber mit dem mobilen Internet und GPS verschneidet sich die Realität zunehmend mit der virtuellen Welt. Vor kurzem haben ja mobile Applikationen von sich reden gemacht, die andere Menschen in unserer Nähe vor-auswählen, damit man nicht Zeit mit Leuten verschwendet, mit denen man nichts gemeinsam hat. Und in der Werbung sieht man ja auch schon mal, dass man etwas sieht (meistens natürlich ein Produkt), mit dem Handy draufzeigt und zusätzliche Informationen bekommt.

Nun gibt es so etwas Ähnliches für den Klimawandel. Beim Jungfrau Klimaguide leiht man sich ein Iphone mit spezieller Applikation und GPS und begibt sich auf eine von sieben Routen. Ist man an bestimmten Stationen angekommen gibts vom Iphone Bilder, Videos oder was zum Hören.  Ganz ähnlich auch der Feldberg-Hosentaschenranger. So bekommt man Natur und gleichzeitig Zusatzinformationen – wie im Museum. Umweltbildung mit neuen Medien und trotzdem in der Natur. Dafür könnte ich mir noch viele andere Einsatzmöglichkeiten vorstellen. Zum Beispiel Pflanzen- oder Vogelrufbestimmung per Iphone (geht bei Musik doch auch), Schadstoff-Mess-Stationen, die Belastungswerte weitergeben (kann ich hier schwimmen, wie viel Feinstaub ist in der Luft), Straßen, die Autos vor Krötenwanderungen warnen, Brutgebiete die um Ruhe bitten, interaktive Guides, die die regionale Tierwelt erklären…

Ist das dann gut, weil Natur auch für die Handygeneration aufgearbeitet wird und die auch mal rausgelockt werden, oder schlecht, weil man Natur eigentlich direkt genießen und erfahren sollte?

Klima, Politik und langfristiges Denken

…die Zivilgesellschaft und ein Blogger sollte man vielleicht ergänzen. Heute habe ich endlich mal wieder Zeit gehabt, meinen Feedreader aufzumachen (nachdem ich einen Linux-kompatiblen gefunden hatte) und eine gefühlte Ewigkeit an Bloglektüre nachzuholen.

Dabei bin ich bei Climateblogger hängen geblieben, wo Ole Seidenberg über die Klimaverhandlungen bloggt, die im Vorfeld von der Konferenz in Kopenhagen stattfinden. Er nimmt am Projekt Adopt a Negotiator teil und begleitet in diesem Rahmen als Blogger die deutsche Delegation. Engagiert, kritisch und mit Herz schreibt er über seine Erfahrungen auf dem Gipfel, über das Engagement der Zivilgesellschaft und über seine Erfahrungen mit der Politik. Insgesamt sehr lesenwert, auch wenn es nicht optimistisch sitmmt, wenn er in seinem Fazit schreibt “ich bleibe rat- und rastlos zurück.” Es ist noch so viel zu tun auf politischer Ebene und im Moment scheint es an der Bereitschaft dazu zu mangeln.

Was bleibt, wenn die Politik so langsam und quälend vorangeht? Es selbst in die Hand nehmen, anders Leben, anders konsumieren? Vielleicht. Aber am Ende brauchen wir doch die entsprechenden Rahmenbedingungen, die ein nachhaltiges (Über)Leben möglich machen. Darum ist es wichtig, auf der politischen Bühne dabei zu sein, sich einzumischen. Ich hoffe du verlierst deine Zuversicht nicht, Ole.

Trendtag 2009

Am 14. Mai fand der 14. “deutsche Trendtag” statt, der sich sozialem Reichtum widmete.

Wer möchte kann sich die Kernthesen der Speaker (unter anderem Lawrence Lessig) oder auch gleich die gesamten Vorträge ansehen. Lessig habe ich unten mal eingebunden.

14. German Trend Day: Social Wealth / Prof. Lawrence Lessig, Remix: Making Art and Commerce Thrive in the Hy from Trendbuero on Vimeo.