Monatsarchiv für Mai 2009

 
 

KoBE-TV

Das Kompetenzzentrum Bauen und Energie (KoBE) und das Oldenburg eins Lokalfernsehen produzieren zur Zeit ein interessantes TV-Magazin, mit dem schönen Namen KoBE-TV. Hier werden seit Oktober 2004 unterschiedliche Fragen von Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Gebäudebereich behandelt. Dabei werden auch die Zuschauer einbezogen, indem sie per Telefon, Mail oder Fax Fragen zum Thema der Sendung stellen können. Ich finde, das ist ein sehr spannender Ansatz für partizipative Medienformate. Solche nicht webbasierten Möglichkeiten verliert man in Zeiten des Web 2.0 ja leicht aus dem Blick.

Einige der Sendungen gibt es auch auf der Website des wissenschaftlichen Begleitprojekts GEKKO zu sehen (allerdings konnte mein VLC Player bisher die Dateien nicht öffnen),

Plastiki

Man nehme ein Boot aus Plastikflaschen und Recycling-Produkten, baue ein Floß, inszeniere das Vorhaben als Abenteuer im Stil der großen Entdecker und fahre damit von San Francisco nach Sydney (das wird dann im Sommer 2009 passieren). Warum?

Through this audacious and bold adventure The Plastiki aims to draw attention to the rethinking of our everyday human fingerprints on the natural world and in turn capturing the world’s imagination by telling a story; that of the pioneering and sustainable design process that created and built The Plastiki, to the oceans and the many challenges it and its inhabitants face. (Plastiki Website)

Bin gespannt drauf, gerade wo ja Plastik auch ein (im wahrsten Sinne des Wortes) riesiges Problem in den Weltmeeren ist. Hier noch der Hintergrund in audiovisuell:

LOHAS Trendmap 2009

Karmakonsum hat vorgelegt und eine Trendmap zum LOHAS Phänomen angefertigt. Ausgehend von Karmakonsum spannen sich hier zwischen Gesundheit und Nachhaltigkeit viele Phänomene des derzeitigen Öko-nachhaltigkeits-Trends auf.

Dieser Entwurf ist als Diskussionsanstoß im Rahmen eines Blogkarnevals gedacht, das heißt jeder ist aufgerufen, das Ganze nach eigenem Gefallen zu verändern (Anleitung auf Karmakonsum), auch im Hinblick auf eine Präsentation auf der Karmakonsum-Konferenz (unter Creative Commons Lizenz – ist das dann Open Source Crowdsourcing - oder ist Open Source immer Crowdsourcing?)

Jedenfalls! Ich bin ja auch schon ein großer Fan der Web-Trend-Map gewesen (Dort wurden die wichtigsten Web-Unternehmen auf dem Plan der Tokyo-U-Bahn abgebildet hier link – lädt etwas langsam) und finde solche Visualisierungen einfach genial. Mal sehen ob sich Zeit findet, meine Ideen einzubringen…

NplusK Trendmap Vol.1 Beta

NplusK Trendmap Vol.1 Beta

So, hier nun meine Trendmap, die wichtigste Änderungen: Habe Sustainability rausgenommen, finde der Begriff geht eigentlich in dem ganzen auf. Health habe ich kleiner gemacht und der guten alten Natur den großen Platz eingeräumt. Damit spannt sich bei mir der Bogen zwischen den Leitplanken “Nature” und “Social Relations” (hab auch überlegt das “Social Justice” oder so etwas zu nennen).

Dann habe ich den Marketing-String gegen Technologie getauscht und Politik und Participation einen größeren Platz zugewiesen und und und…

Die Powerpoint-Datei gibts hier.

Rückblick SocialBar Hamburg 7.5.09

Letzten Donnerstag war ich zum ersten mal auf der SocialBar in HH. In der Location “Projekthaus” war eine nette (Apfel-)bar  hergerichtet und es kamen Leute aus unterschiedlichsten Kontexten, wohl auch da die Socialbar mit dem Utopia-Stammtisch zusammengelegt wurde (dazu gleich noch mehr).

Nach einer Vorstellungsrunde ging es mit Jens Hoffmann los, der über  Netsquared sprach, eine Initiative zur Zusammenarbeit von Netzexperten und Non-Profits. Für mein “professionelles” Interesse auf jeden Fall der spannendste Beitrag. Ich habe eine Portion Optimismus mitgenommen, dass Non-Profits sozusagen “von Haus aus” schon so viel über Community wissen, dass Social Media wie geschaffen für sie ist.

Danach gabs eine (sehr engagierte und umfassende) Einführung ins Cradle-to-cradle Prinzip von Sebastian Becker (EPEA). Kam mir aus dem Umweltmanagement-Bereich schon irgendwie bekannt vor, aber was noch mal deutlich wurde, ist der grundlegende Unterschied von diesem Kreislauf-Ansatz zu Reduzierungs-Ansätzen. Während bei der Reduzierung auf größtmögliche Effizienz gesetzt wird um in die Nähe von “Zero Emissions” zu kommen, geht es bei cradle-to-cradle darum, die Öko-Effektivität zu erhöhen.  Interessant war auch das Prinzip, nicht in Produkten wie Autos oder Waschmaschinen zu denken, sondern in Mobilität und sauberer Kleidung. Ein solches Umdenken dürfte auch eine neue Definition von Besitz erfordern.  Ich habe mal auf der Website gestöbert und gesehen, dass es einen Film geben wird! Cool! Wann? Ob die Statisten brauchen…

Die Vorstellung von Biobob habe ich dann leider verpasst, weil ich mich vor der Tür verquatscht habe

Danach haben wir Playrethink gespielt (YouTube-Video-Anleitung)  und ein ungemein praktisches Leitersystem (statt Leiter in “Aufsteigen” denken :-) ) entworfen…

Insgesamt ein guter Abend, der fast etwas zu kurz war. Aber man muss ja auch nicht alle Leute auf einmal kennenlernen. Vom Konzept her war ich über die Utopia-Stammtisch-Fusion zuerst etwas skeptisch, da dachte, dass vielleicht der Web-Bezug (“Die dezentral organisierten Socialbar-Treffen setzen thematisch den Fokus auf die Potentiale des Internets.“) etwas verloren gehen könnte. Aber die Utopisten sind ja auch im Web zu Hause und ich habe das als Bereicherung empfunden, man muss wahrscheinlich nur etwas drauf achten, dass es zum Teil auch unterschiedliche Interessen gibt.  Bin schon gespannt auf den nächsten Termin.  Wo gibts eigentlich die Fotos?

Klimafilm von WWF UK

Man mag ja über die Inhalte des Films denken was man will (sind die “üblichen” Themen Mobilität, Energiesparen, Ressourcenverbrauch (FSC) mit WWF-Schwerpunkt), cool finde ich aber die Idee, Kinderzeichnungen als Grundlage für die Animationen zu nehmen. Habe bisher leider nichts darüber gefunden, wie genau das an den Schulen umgesetzt wurde, aber anscheinend waren die Schüler direkt involviert.

PS: wer sich den Film mal auf einer ziemlich coolen Benutzeroberfläche ansehen will, sollte Greenfilm Japan besuchen.

PARKO: Neue Konsumenten-Spezies entdeckt

Mutige Marktforscher haben sich in den Konsumdschungel gewagt und intensive Feldforschung betrieben. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Nach Aussonderung des Nonliner-Beifangs wurde eine neue Spezies identifiziert, eine Kreuzung aus LOHAS und Online-User, der partizipative Konsument (PARKO). Früher hätte man die wahrscheinlich Öko-Nerds genannt, aber PARKO ist natürlich webzweinulliger.

Es gibt auch harte Daten über den PARKO, oder man schaut gleich in einem seiner natürlichen Habitate vorbei.

Betrifft: H1N1

Woher kommt H1N1 und wie breitet sich das neue Grippe-Virus aus? Dieser Frage geht man zur Zeit nach, sie ist aber wohl nicht so leicht zu beantworten. Neben der Herkunft des aktuellen Virus und der Diskussion um Ansteckungsgefahren und Verbreitungswege scheint mir aber die Frage nach den tiefer liegenden Ursachen für die Entsteung eines solchen Virus ebenso drängend zu sein. Nach einem Artikel von Wired ist es vor allem das System der industriellen Landwirtschaft mit ihren dichten und gestressten Schweinepopulationen, die ideale  Bedingungen für die Entwicklung von neuen Viren schaffen (erinnert irgendwie bestürzend an The Meatrix, oder?). Natürlich lässt sich eine direkte Verbindung nicht nachweisen, aber dass der Virusstrang  in “high-density animal production facilities” entstanden ist, scheint relativ sicher.

Es bleibt zu hoffen, dass nach diesem Schrecken die Diskussion über Bedingungen der Tierhaltung wieder auflebt.

Nicht-Nachhaltigkeit deprimiert (manchmal)

Heute, 1.Mai, mein Kaffee ist schön heiß und die Sonne scheint durchs Fenster, kurz es ist ein Tag an dem man das Leben eigentlich mag.
In den letzten Tagen scheint allerdings die “Last der Welt” auf die Nachhaltigkeitsblogosphäre zu drücken, wie bei Umgebungsgedanken zu lesen ist. Dieses Gefühl kann ich so gut nachempfinden, dass ich mich dem kurz widmen möchte. Ich habe ja Umweltwissenschaften studiert. Ein Studiengang in dem man viele engagierte Menschen treffen kann, die aus unterschiedlichsten Kontexten kommen, wobei die meisten aber das Interesse für die Umwelt eint. Da bleibt die Diskussion darüber nicht aus, ob das “überhaupt was bringt was man (also das Individuum) tut” und ob die Menschheit überhaupt in der Lage ist, ihre Existenz auf diesem Planeten so umzubauen, dass sie sich langfristig eben nicht ihrer eigenen Lebensgrundlagen beraubt. Manchmal zweifelt man wirklich daran, ärgert sich über die Ignoranz der Leute und, was vielleicht am schlimmsten ist: es scheinen die Rahmenbedingungen zu sein, “das System”, welches geändert werden muss.

Angesichts der Finanzkrise fordern ja viele, dass man diese für einen Neuanfang nutzen sollte, bei dem die Umwelt, insbesondere der Klimaschutz, mit berücksichtigt wird. Und dann gibts da Obama, Al Gore, LOHAS, CSR und Bioprodukte in jedem Supermarkt, was man als Schritt in eine Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit werten könnte.

An guten Tagen stimmt mich das zuversichtlich. An schlechten Tagen denke ich, ich bin damit in einer kleinen Welt, die nur wenige teilen und diese ganzen Dinge greifen viel zu kurz. Sind vielleicht nur Augenwischereit mit der wir uns selbst beruhigen, während die Welt den Bach runtergeht.

Was hilft: An schlechten Tagen die positiven Berichte in Nachhaltigkeitsblogs lesen. An guten Tagen etwas angehen, was während der schlechten Tage genervt hat.

An jedem Tag hilft ein Spaziergang in der Sonne….