Monatsarchiv für März 2009

 
 

LebensWert Konferenz in Lüneburg Tag II & III

Nun ist sie vorüber, die Lebenswert-Konferenz und hier gibt es einige Foto-Impressionen.  Von dem vielfältigen Programm sind mir vor allem zwei Vorträge externer ReferentInnen im Gedächtnis geblieben:

Einmal der von Jutta Sundermann, die über Nachhaltigkeit aus dem Blick einer Aktivistin gesprochen hat und auf die weit bekannte Problematik des schwammigen Nachhaltigkeitsbegriffs eingegangen ist. Nachhhaltigkeit kann so als Etikett für ganz unterschiedliche Aktivitäten, Ziele und Wertvorstellungen benutzt werden. Daher wird einem leider nicht erspart bleiben, immer zu gucken, wer den Begriff benutzt und aus welchen Gründen. Und wenn man merkt, dass der Begriff vielleicht nur dazu verpackt wird, nicht-nachhaltige Ziele neu zu verpacken, dann darf man sich auch mal einmischen, mal nein sagen, auch etwas lauter.

Außerdem hatte sie einige gedruckte Ausgaben der gefälschten Zeit dabei.

Dann war noch  Wolfgang Sachs da, der die neue Studie “Zukunftsfähiges Deutschland” in einem sehr spannenden Vortrag vorgestellt hat. Nachhaltige Entwicklung ist dabei ein Weg zwischen den Leitplanken Ökologie und sozialer Gerechtigkeit (global betrachtet) und für die heutige und eine zukünftige nachhaltige Gesellschaft findet er den schönen Vergleich zwischen Tanker und Segelschiff. Hat auf jeden Fall Lust gemacht, mal einen längeren Blick in die Studie zu werfen.

LebensWert Konferenz in Lüneburg Tag I

Wie schon mal berichtet, findet ab heute hier in Lüneburg an der Leuphana eine Nachhaltigkeits-Konferenz statt.

Heute ging es erst mal mit Registrierung los und die Teilnehmer meines Seminars sind mit Filmkamera, Audio-Recorder und Digicam ausgeschwirrt um darüber zu berichten. Vieles davon wird auf der Website zur Konferenz zu sehen sein.

Erstes Highlight war dann eine Open Space Veranstaltung, ganz entspannt in unserer Sporthalle.

Nach dem Mittag kommen jetzt einige Mitglieder des Rats für Nachhaltige Entwicklung: Prof. Volker Hauff (der Vorsitzende), Prof. Ute Klammer, Angelika Zahrnt.

Ich höre mir die Rede von Prof. Hauff an. Er sagt, dass die Klimakrise nicht halt macht, blos weil wir eine Finanzkrise haben… Danach geht er auf die Geschichte vom Nachhaltigkeitsbegriff ein und schlägt einen Bogen von Carlowitz über einen langen “Tiefschlaf der Nachhaltigkeit” bis zum “neuen Erwachen” in den 70er Jahren,  als soziale Bewegungen und die Wissenschaft (Club of Rome) die Begrenztheit der Ressourcen immer mehr thematisierten. Weiterer Meilensteine waren 72 die Umweltkonferenz in Stockholm, Gründung des IPCC 1988, Brundtland-Kommission (in dem Bericht wurde ja die Bedürfnis-Definition geprägt), Rio 92 (Agenda 21, nationale Nachhaltigkeitsstrategien), Johannesburg 2002.

In Deutschland hat man in der Folge von Rio eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Dazu wurde das Green Cabinet und der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), sowie der Beirat für Nachhaltige Entwicklung des Parlaments gegründet.

Weiter ist mir im Gedächtnis geblieben:

  • In den 70ern waren die Treiber von Nachhaltiger Entwicklung vor allem die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft. Heute hat sich dies gewandelt, heute sind Unternehmen weitere wichtige Treiber in diese Richtung.
  • Der Stern-Report hat auch die Letzten wachgerüttelt.
  • Gibt es etwas wie ein Grundrecht auf Emissionen (Carbon Justice)? Die CO2-Emissionen pro Kopf müssen sich weltweit angleichen.
  • Die Lösung der Finanzkrise und die Lösung der Klimakrise muss eine gemeinsame sein.

Ganz interessanter Streifzug.

Attac auf den Spuren der Yes Men?

Letzten Samstag verteilten Leute von Attac nach eigenen Angaben etwa 150.000 Ausgaben einer gefakten Ausgabe der ZEIT, wie unter anderem Spiegel ONLINE berichtete. Die Ausgabe aus der Zukunft (2010) enthielt vor allem gute Nachrichten über aus Attac-Sicht wünschenswerte Entwicklungen. gespickt mit Anzeigen im Kommunikationsguerilla-Stil.  Dazu gibts natürlich auch die passend gefakte Internetpräsenz (dort kann man sich auch die einzelnen Seiten der Printausgabe als PDF runterladen).

Als Inspiration dienten dabei, wie gleich auf der ersten Seite der Print-Version zu sehen ist, die (zumindest meiner Meinung nach) fast schon legendären Yes Men. Diese Künstlergruppe fälschte eine Prinausgabe der NY-Times (kann hier bei Spiegel Online heruntergeladen werden), ebenfalls mit Web-Begleitung.

Zeifellos eine erfolgreiche Aktion von Attac, jedenfalls dem Medienecho nach. Neben all den Gemeinsamkeiten mit den Yes Men gibt es allerdings einen Unterschied zwischen den beiden Aktionen:

“Echtheit”: wusste nicht genau wie ich das nennen sollte, aber es geht mir darum, wie lange der Leser im Zweifel über die Echtheit gelassen wird. Die Yes Men verraten sich dabei höchsten in der Überzogenheit der Inhalte (obwohl man bei ihrem Erfolg manchmal denken könnte, es ist egal wie sehr man überzieht ). Attac jedoch weißt gleich auf Seite 1 darauf hin, dass die Ausgabe von ihnen stammt und die Website dient vor allem als Infosite für die Organisation. Vielleicht liegt dies darin begründet, dass Attac eine NGO und die Yes Men eher eine Künstlergruppe sind und so unterschiedliche  Ansprüche an die Aktion gestellt werden. Ich möchte mir auch kein Urteil darüber erlauben, welche Strategie wirksamer ist. Aber ich persönlich hätte es cool gefunden, wenn man ein bisschen mehr hätte Rätseln müssen, wer die Urheber sind… Andererseits wäre die ec hte ZEIT darüber vielleicht nicht so froh gewesen.

Auch finde ich aus “Web 2.0″ Sicht irgendwie schade, dass auf der Zeit-Seite keien Feedback-Möglichkeiten gegeben sind. Wenn man sich dort schon als Organisation präsentiert, wäre es doch schön gewesen, hier ein paar Meinungen zu hören – aber dafür ist dann wohl die Blogosphäre da.

Umwelt-Games Online

Gestern berichtet SPIEGEL Online mal wieder über die Vorteile von sogenannten “Serious Games“, die das Lernen in vielen Bereichen unterstützen können.

Natürlich gilt dies sicherlich auch für die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Ein guter Anlass also, um auf dieses Archiv hinzuweisen, wo man was zum Daddeln finden kann, mal mehr, mal weniger “serious”.  Meistens sind es natürlich kleine Spielchen, die nicht mit den aufwendigeren Spielen mithalten können, die man sonst so gewöhnt ist. Aber das kommt ja vielleicht noch….

Goldener Windbeutel

och! und noch mehr och.

Loslassen können

Die heutige Folge Elektrischer Reporter schaut sich genau den Web-Wahlkampf von Barack Obama an.

Was bei mir hängen geblieben ist:  man muss Kontrolle abgeben können, denn die Web-Nutzer (wie wahrscheinlich alle Menschen) haben ihren eigenen Kopf.  So wird die Fähigkeit, in einen Dialog eintreten zu können zu einer Eigenschaft, die Politiker in Zukunft mehr denn je brauchen werden… man darf gespannt sein auf das Superwahljahr 2009 in D. Und für Nachhaltige Entwicklung wäre mehr Partiziption ja vielleicht auch ganz gut…

Elektrischer Reporter – Web-Kampagne: Wähler-generierter Wahlkampf

Lebenswert: Nachhaltigkeitskonferenz in Lüneburg

Vom 26.-28. März findet an der Uni in Lüneburg eine Konferenz zu Nachhaltiger Entwicklung statt, die den Abschluss des sogenannten Leuphana-Semesters bildet. Das Programm wird dabei größtenteils von den Studierenden selbst gestaltet, die dort die Ergebnisse aus unterschiedlichsten Projektseminaren des Moduls “Wissenschaft trägt Verantwortung” vorstellen, dessen zentraler Fokus Nachhaltige Entwicklung ist. Das heißt dass sich hier Studierende aller Fachrichtungen ein Semester lang mit Nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen.

Ich erwähne dass hier weil ich einmal als ein studentischer Tutor unter Vielen  im Rahmen dieses Moduls eine Einführungsvorlesung zu Nachhaltiger Entwicklung betreut habe und weil ich dieses Jahr zwei Seminare in diesem Modul betreue. Eines dieser Seminare gestaltet einen Teil der Kommunikation zur Konferenz und hat sie dieses Jahr unter den Titel “Lebenswert” gestellt.

Hier gibts mehr Infos und auch ein Programm als PDF.

Windkraft

doch gefährlich?

Nachhaltige Blogs international

Bei der Suche nach internationalen, also vor allem englisch- oder spanischsprachigen, Blogs zum Thema Nachhaltigkeit bin ich auf eine ganz interessante Seite gestoßen. Bei “Best of Green Blogs” werden “grüne” Blogs auf verschiedene Weisen zugänglich gemacht. Es gibt eine Tag-Cloud, Blog-Übersicht, Blog Karte (die noch nicht richtig zu funktionieren scheint) und eine Listung von Blog-Kategorien. Das Ganze läuft auf Wordpress.
Mir persönlich ist das ganze schon fast etwas zu unübersichtlich, aber für meine Recherche war es ein guter Startpunkt. Ich werde meine Blog-Funde eine Weile verfolgen und dann nach und nach hier vorstellen.

20 Jahre WWW

Vor 20 Jahren im März hat Tim Berners Lee, der Urvater des WWW seinen ersten Vorschlag in diese Richtung öffentlich gemacht.

Dies wurde gestern beim CERN, seinem damaligen Arbeitgeber gefeiert und es gibt eine kleine Webpräsenz zu diesem Anlass.