Heute in der TAZ wurde über die International Conference on Access to Civil Nuclear Energy berichtet, die vom 8. bis 9. März in Paris stattfindet. Dort geht es um Atomkraft, sorry: Kernenergie, als sichere, saubere, ja nachhaltige Energie der Zukunft. Laut Artikel sollen in dieser Zukunftsversion bis 2030 450 neue Atomkraftwerke gebaut werden und auch danach wird es so weiter gehen. Nichts also mit Brückentechnologie. Vielmehr sollen auch neue Länder in die zivile Nutzung der Atomenergie einsteigen. Bei der Nuclear Engergy Agency kann man sich auch den Nuclear Energy Outlook herunterladen, der die Kernaussagen noch einmal zusammenfasst.
Hier zeigt sich auch wieder, dass Nachhaltige Entwicklung eben wirklich nur ein Leitbild für die Zukunft ist, dessen konkrete Ausgestaltung ausgehandelt werden muss. Welche Rolle die Kernenergie dabei spielen wird, wird aktuell auch in Deutschland neu verhandelt (wer ein bisschen mitverhandeln möchte kann hier beim BUND eine Nachricht an Herrn Röttgens schicken). Spannend aus Kommunikationssicht sind die “Storys”, welche Befürworter und Gegner dabei erzählen.
Die Befürworter von Kernenergie stellen die wissenschaftlichen Grundlagen in den Vordergrund und bieten umfangreiches Informationsmaterial, z.B. hier. Es gibt sogar eine Reaktorsimulation zum herunterladen (schönes Zitat hier, der Vieles verdeutlicht: “Wenn der Reaktor in Betrieb ist, wuseln dort Neutronen herum”). Die Botschaft ist klar. Kernenergie ist eine sichere und beherrschbare Technologie, Technikentwicklung als Synonym für Fortschritt. Komisch, mich erinnert diese Technikfaszination an Science Fiction Romane aus den 50ern (glaub ich), wo selbst der Toaster atombetrieben war.
Die Gegner dagegen stellen vor allem auf den Risikoaspekt ab und sehen Atomkraft als schmutzige, unsichere Energie, die absolut störanfällig und damit ein Risiko für jede Gesellschaft ist. DAS Symbol hier ist das Warnzeichen für radioaktive Stoffe. Hier also keine Technik-Utopien, sondern eine Welt in der es Fehler, Gefahren und vor allem noch viel zu viele unbeantwortete Fragen gibt.
Damit man vor diesem eher dystopischen Schreckensszenario nicht die Augen verschließt finde ich es wichtig, eine Zukunft mit Erneuerbaren Energien mit Leben zu füllen. Gerade weil bei den dezentralen Erneuerbaren Energien viel mehr Menschen gewonnen werden müssen.