Firefox Personas für einen guten Zweck

Seit der neuen Firefox-Version gibt es ja nicht nur Themes, sondern auch sogenannte Personas. Im Grunde sind das nur zwei Bilder, die dann über die Kopf- und Fußleiste vom Browser gelegt werden. Die ganze Sache ist also total einfach selbst zu machen und dementsprechend gibt es natürlich auch schon Hunderte davon.

Neben schönen Naturbildern oder Fan-Personas gibt es auch eine Rubrik namens “Causes” wo sich im weitesten Sinne politische Themen tummeln. Im weitesten Sinne meint, dass von der FDP bis hin zu “Marijuana Leaves” dort so ziemlich alles vertreten ist. Dies gilt natürlich auch für Umweltthemen. Eine kurze Recherche ergab, dass Greenpeace und der WWF hier mehrfach vertreten sind, ebenso wie Oxfam Mexiko. Trotzdem ist da sicherlich noch potential und über die “Share with friends” Funktion hat das ganze sogar eine “social” Komponente.

BP, das Öl und das Netz – ein Nachhaltigkeitsdiskurs?

Leider sind es ja doch immer wieder Katastrophen, die uns vor Augen führen wie wenig sich unsere Welt in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung bewegt und wie groß die Widerstände für so einen Wandel sind.

Das letzte sehr prominente Beispiel ist die Ölpest im Golf von Mexiko. Ein Unfall, der die Grenzen des technisch Machbaren zeigt und einen Ölkonzern in das Kreuzfeuer der Kritik rückt.

Eine Kritik, die sich auch über das Netz artikuliert und die zeigt, wie über das Netz Unternehmen zu mehr Transparenz in der Krisenkommunikation gezwungen werden (siehe auch diesen Artikel auf ZEIT Online). Wie viele Stimmen und Kampagnen es zu diesem Thema mittlerweile im Netz gibt,  ist hier zusammengestellt (auch ZEIT).

Meiner Meinung nach zeigt dieses Beispiel eindrucksvoll wie viel schwieriger es für Unternehmen wird, ihr öffentliches Bild zu kontrollieren. Durch die vielen kreativen Aktionen, in denen das BP-Logo vorkommt ist das Markenimage mittlerweile ziemlich “verschmiert”. Insofern kann man also sagen, dass die Netzkampagnen eine Wirkung zeigen. Aber wie hier (auch ZEIT) richtig angemerkt wird, ist ja nicht der einzelne Konzern der Kern des Problems.  Das Problem ist das Öl an sich und unser jetziger Umgang damit.

Bisher geht es in den Kampagnen vor allem um die Fragen nach der Schuld von BP, nach dem Ausmaß der Katastrophe und nach Schadensersatz. Diese Fragen sind zweifellos sehr wichtig und verdienen eine große Aufmerksamkeit.

Ein Diskurs um Nachhaltige Entwicklung beginnt meiner Meinung nach aber erst, wenn es den Kampagnen gelingt, aus der allgemeinen Empörung einen Impuls in Richtung einer Energiewende anzustoßen. Erst dies würde langfristig sicherstellen, dass sich derartige Unfälle nicht wiederholen.

Riffe checken

Und noch ein Grund, tauchen zu lernen.

Wettbewerbe “Klimaclima”

Vielleicht interessant für den ein oder anderen kreativen Kopf:

Was hat Klimawandel mit meinem alltäglichen Leben zu tun?
Das Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung lädt junge Kreative dazu ein, am interkulturellen, multimedialen Wettbewerb zum Thema Klimawandel, Alltag und Lebensstile teilzunehmen.
Gesucht werden:
Poster/Webbanner: www.klimaclima.org
und
Videospots: www.klimaclima.net

Wir freuen uns auf Eure Einsendungen!

Die Welt der Atomkraft-Freunde

Heute in der TAZ wurde über die International Conference on Access to Civil Nuclear Energy berichtet, die vom 8. bis 9. März in Paris stattfindet. Dort geht es um Atomkraft, sorry: Kernenergie, als sichere, saubere, ja nachhaltige Energie der Zukunft. Laut Artikel sollen in dieser Zukunftsversion bis 2030 450 neue Atomkraftwerke gebaut werden und auch danach wird es so weiter gehen. Nichts also mit Brückentechnologie. Vielmehr sollen auch neue Länder in die zivile Nutzung der Atomenergie einsteigen. Bei der Nuclear Engergy Agency kann man sich auch den Nuclear Energy Outlook herunterladen, der die Kernaussagen noch einmal zusammenfasst.

Hier zeigt sich auch wieder, dass Nachhaltige Entwicklung eben wirklich nur ein Leitbild für die Zukunft ist, dessen konkrete Ausgestaltung ausgehandelt werden muss. Welche Rolle die Kernenergie dabei spielen wird, wird aktuell auch in Deutschland neu verhandelt (wer ein bisschen mitverhandeln möchte kann hier beim BUND eine Nachricht an Herrn Röttgens schicken). Spannend aus Kommunikationssicht sind die “Storys”, welche Befürworter und Gegner dabei erzählen.

Die Befürworter von Kernenergie stellen die wissenschaftlichen Grundlagen in den Vordergrund und bieten umfangreiches Informationsmaterial, z.B. hier. Es gibt sogar eine Reaktorsimulation zum herunterladen (schönes Zitat hier, der Vieles verdeutlicht: “Wenn der Reaktor in Betrieb ist, wuseln dort Neutronen herum”). Die Botschaft ist klar. Kernenergie ist eine sichere und beherrschbare Technologie, Technikentwicklung als Synonym für Fortschritt. Komisch, mich erinnert diese Technikfaszination an Science Fiction Romane aus den 50ern (glaub ich), wo selbst der Toaster atombetrieben war.

Die Gegner dagegen stellen vor allem auf den Risikoaspekt ab und sehen Atomkraft als schmutzige, unsichere Energie, die absolut störanfällig und damit ein Risiko für jede Gesellschaft ist. DAS Symbol hier ist das Warnzeichen für radioaktive Stoffe. Hier also keine Technik-Utopien, sondern eine Welt in der es Fehler, Gefahren und vor allem noch viel zu viele unbeantwortete Fragen gibt.

Damit man vor diesem eher dystopischen Schreckensszenario nicht die Augen verschließt finde ich es wichtig, eine Zukunft mit Erneuerbaren Energien mit Leben zu füllen. Gerade weil bei den dezentralen Erneuerbaren Energien viel mehr Menschen gewonnen werden müssen.

Nachhaltiger Konsum als Designfrage

Gerade habe ich einen interessanten Artikel mit dem Titel “Overconsumption is just Bad Design” von Jonah Sachs (Mitgründer der Free Range Studios – ihr wisst schon, Store Wars, Meatrix etc.) gelesen. Seine Argumentation: Bis zu den 50er Jahren ging es bei Produkten noch um das Produkt an sich. Weil aber viel mehr Produkte hergestellt wurden als man kaufen konnte, fingen die Unternehmen an, statt Produkte Geschichten bzw. Marken zu verkaufen und so Konsum als identitätstiftende Lebensaufgabe zu etablieren.

Soweit so gut. Das Problem, welches er sieht ist, dass Konsum nicht glücklich macht. Und hier liegt die Chance für ein “Redesign”, welches einen Bewusstseinswandel hervorbringt. Als Beispiele nennt er “Story of Stuff“, “shareable.net” und “no impact man“. Wer noch etwas mehr von Sachs lesen möchte, der kann hier einen Blick auf sein Kapitel im aktuellen “State of the World 2010 Transforming Cultures” werfen (auf deutsch übrigens beim oekom Verlag unter dem Titel “Zur Lage der Welt 2010 – einfach besser leben” erschienen).

Karmakonsum Gründer-Award 2010

Bist du ein Existenzgründer und hast seit dem 1.1.2008 ein Unternehmen mit öko-sozialer Geschäftsidee auf die Beine gestellt? Dann kannst du dich für den Karmakonsum Gründer-Award bewerben. Als Gewinn winkt neben Anerkennung auf der Karmakonsum Konferenz ein Dienstleistungspaket im Wert von 30.000 Euro (darunter natürlich Eintrittskarten zur Karmakonsum Konferenz, sowie redaktionelle Berichterstattung in der TAZ und bei Schrot&Korn, ein Mentorin-Angebot, ein Büromöbelgutschein und Ökostrom). Ich komme ja selbst aus der Wissenschaft, aber ich denke, so ein Paket kann ein Unternehmen ein ganzes Stück weiterbringen. Es macht jedenfalls Mut, dass in dem Bereich gerade so viel passiert.  Ach ja Bewerbungsschluss ist der 25.April 2010.

Zur Einstimmung ein noch ein Video:

Plastik macht impotent

Diesen und andere Sprüche trägt eine gelbe Plastikente im “Zigarettenwarnhinweis-Design”  durch die Gegend. Wo? Auf der Website zum Film Plastic Planet, der gerade in einigen deutschen Kinos angelaufen ist. Wie der Name andeutet geht es in dem Film darum, auf Umwelt- und Gesundheitsrisiken hinzuweisen, die durch die Plastikproduktion entstehen. Spätestens seit Bekanntwerden des riesigen Müllstrudels kann man erahnen, welche globalen Ausmaße dieses Problem hat.

Der Film verspricht nun, einige Hintergründe und Zusammenhänge aufzudecken, gerade was auch die gesundheitlichen Gefahren angeht. Ich meine, mit Impotenz ist nun wirklich nicht zu spaßen. Und die Vorstellung, dass unsere Umwelt, vor allem die Gewässer, immer weiter mit kleinsten Plastikpartikeln durchsetzt wird, die eventuell noch giftig sind, finde ich wirklich gruselig. Aber genug des Halbwissens, erst mal ab ins Abaton, Film gucken.

Achja, wer etwas “tun” möchte, der kann entweder dem Vorbild von Familie Krautwaschl folgen und versuchen, auf Plastik zu verzichten. Wer andere Menschen aufmerksam machen möchte kann sich beim BUND Material bestellen. Wer seine Rolle als kritischer Verbraucher wahrnehmen möchte, der kann beim BUND einen Musterbrief finden, mit dem man Unternehmen zu gefährlichen Stoffen in ihren Produkten befragen kann. Hmm, welches Produkt könnte ich denn mal nehmen… oh Computermonitore können bromierte Flammschutzmittel enthalten, die Verhaltensstörungen hervorrufen. Das würde so einiges erklären.

Avatar in Indien

Ich habe den Film ja nicht gesehen, aber in dem Film-Highlight Avatar geht es wohl um eine Art blauhäutiges Naturfolk, die Na’vi, deren heiliger Baum von gierigen Menschen bedroht wird, welche dort ein wertvolles Mineral abbauben möchten.

Wie ich dann heute im Auslandsjournal gesehen habe (mediathek), ist diese Konfliktkonstellation auch aktuell in Indien zu finden, wo ein Volk namens Dongria Kondh “gegen ein englisches Bergbauunternehmen kämpft“, welches dort Bauxit für eine in der Nähe errichtete Aluminiumfabrik abbauen möchte. Hintergrundinformationen findet man dann auch schnell im Netz, zusammengestellt von Amnesty International. Dort ist nachzulesen, dass den Bewohnern der Region großer wirtschaftlicher Aufschwung versprochen wurde, aber in der Realität vor allem die Natur dort zerstört wird, was zu Gesundheitsgefährdungen führt.  Wer dem indischen Umweltminister einen Brief oder elektronische Nachricht schreiben möchte, kann dies hier tun (schön wäre ein kleines Banner zu der Aktion gewesen, das man auf die eigene Website einbinden kann).

Konferenz zur Nachhaltigkeit in Lüneburg

Bald ist es wieder soweit, im beschaulichen Lüneburg geht mal wieder ein erstes Semester zu Ende und zum Abschluss gibt es nun zum dritten Mal eine Konferenz zu Nachhaltiger Entwicklung. Das Besondere daran: Studierende gestalten einen großen Teil der Konferenzbeiträge und präsentieren dort auf vielfältige Weise die Ergebnisse von Projektseminaren aus dem ersten Semester. Aber was schreibe ich hier eigentlich, es gibt schließlich ein Projektseminar welches die PR Arbeit macht. Neben der offiziellen Webpräsenz gibt es Infos ganz Social Media-mäßig auf Twitter, YouTube und MySpace (letztere Wahl allerdings ist vielleicht etwas fragwürdig :-) )